Naturschutzgebiete am Ottenberg

Am Ottenberg befinden sich verschiedene kleine Reservate wie Kiesgruben, ein Obstgarten mit alten Apfelsorten und artenreiche Magerwiesen.

 

Beobachtungen aus dem Gebiet Ottenberg.

Obstgarten

In diesem wunderschönen Obstgarten mit alten Apfelsorten stehen nebst altehrwürdigen Hochstämmern auch junge Bäumchen. Der Obstgarten wird mit alten Sorten gezielt verjüngt.

Wertvoll für die Natur sind diese 6 ha Obstgarten auch, weil die Wiese noch nie mit Kunstdünger oder Jauche gedüngt wurde. Sie wird im Sommer gemäht und ist Lebensraum zahlloser Insekten.

Für viele Vogelarten ist deshalb ein solcher Baumgarten ein idealer Lebensraum: Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz, Gartenbaumläufer und Kleiber erfreuen sich am reichen Nahrungsangebot. Sogar den Wiedehopf und den Neuntöter kann man hier manchmal beobachten.

Kiesgrube Weerswilen

Kiesgruben sind keineswegs nur Wunden in der Landschaft! Werden sie nicht mehr intensiv bewirtschaftet, bieten sie einen Ersatzlebensraum für viele Bewohner von Flussauen.

In der Kiesgrube Weerswilen konnte man schon vor der Renaturierung fünf Amphibienarten zählen, so auch den sehr seltenen Kammmolch und sogar die Geburtshelferkröte.

Während der Renaturierung 1995 wurden verschiedene Tümpel ausgehoben.

Leider findet man in diesen Amphibiengewässern immer wieder Fische, die von "Tierfreunden" hier ausgesetzt werden. Für den Amphibienlaich und die Kaulquappen sind Fische der Feind Nr. 1! Um Goldfische los zu werden, mussten 2012 die Tümpel aufwendig ausgepumpt und gesäubert werden.

Kiesgrube Chraie-Riet

Diese Kiesgrube war völlig verwaldet. Für eine Renaturierung (1999) bot sie aber beste Voraussetzungen: Der Hangdruck sorgt dafür, dass auch in Trockenperioden etwas Wasser fliesst. Und der lehmige Untergrund ermöglichte den Bau mehrerer Tümpel und Weiher.

Kiesgrube Schatzloch

Das Schatzloch wurde 1997 von Pro Natura renaturiert, nachdem man die ehemalige Kiesgrube jahrelang als Deponie verwendet hatte. Neue Laichgewässer wurden angelegt. Die Böschungen werden jährlich gemäht.

Magerwiesen

Leider sind heute diese prächtigen Blumenwiesen seltene Relikte einer früheren Landwirtschaft. Die heutige Bewirtschaftung - mehrere Schnitte pro Jahr und starker Düngereintrag - fördert schnellwüchsige Grasarten und Löwenzahn. Skabiosen, Wiesensalbei und Wiesenknopf, wie wir sie hier finden, haben bei dieser Konkurrenz keine Chance. Sind die blütenreichen Magerwiesen verschwunden, verlieren viele Insekten wie Schmetterlinge oder Wildbienen ihre Nahrungsgrundlage und verschwinden ebenfalls.

 

Vergessen wir aber nicht, dass alle unsere Wiesentypen, also auch die Magerwiese, Teil unserer bäuerlichen Kulturlandschaft sind: Sie sind "menschengemacht", und ohne Bauern wäre der Thurgau bis auf wenige Ausnahmen reines Wald- und Sumpfgebiet!

Die Wiesen werden höchstens zweimal pro Jahr geschnitten. Artenvielfalt und später Schnitt bringen es mit sich, dass hier die Raupen verschiedenster Schmetterlinge ihre Futterpflanzen und genügend Zeit für die Entwicklung finden.